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Effekte auf den Verbrauch

Feedbackinstrument

Im Feldversuch ergab sich eine Verbrauchsverringerung von 3,7 %.

Um die wichtige Frage zu beantworten, ob wirklich Strom eingespart wurde, mussten die Wissenschaftler(innen) am Fraunhofer ISI aufwendige Berechnungen anstellen. Denn erst als sie den Einfluss der verschiedenen Haushaltsausstattungen und Geräte bestimmen konnten, war auch eine Aussage über die Einsparung durch das Feedback möglich. Tatsächlich ergab sich in der Gruppe mit Feedback ein geringerer Verbrauch von 3,7 %. Das entspricht durchschnittlich 125 kWh pro Jahr. Der Unterschied fällt damit etwas geringer aus als vermutet - in älteren Studien aus anderen Ländern waren Einsparungen von etwa 7 % berichtet worden, jedoch bei sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen. In Linz blieb der Effekt über die Laufzeit des Feldversuchs konstant, in Deutschland konnte aufgrund einer kleineren Datenbasis dazu kein verlässliches Ergebnis ermittelt werden. "Smart Metering ist in der aktuellen Enegiedebatte ein wichtiges Thema, da von dieser Technologie eine Effizienzsteigerung in deutschen Haushalten erwartet wird. Jetzt haben wir erstmals mit einer groß angelegten und sozialwissenschaftlich fundierten Studie gezeigt, welches Potenzial sich dahinter verbirgt," sagt der Psychologe und Gesamtprojektleiter am Fraunhofer ISE, Sebastian Gölz.

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Die Einsparung hängt nicht alleine von der Webportalnutzung ab.

Umgerechnet auf den bundesdeutschen Stromverbrauch entsprechen 3,7 % einer jährlichen Einsparung von etwa 5 TWh Strom und 1 Mrd. Euro vermiedene Stromkosten in den Haushalten. Die Untersuchung hatte auch eine langfristige Wirkung: "In unseren Untersuchungen haben wir gezeigt, dass der Einspareffekt auch mehrere Monate nach Beginn des Feldtests noch nachweisbar ist," sagt Teilprojektleiter Dr. Marian Klobasa vom Fraunhofer ISI. Zudem wollten die Forscher(innen) vom Fraunhofer ISE und Fraunhofer ISI wissen, ob die Einsparungen etwas mit der Häufigkeit und Art der Nutzung zu tun hat. Dazu werteten sie die Daten zur Webportalnutzung und zum Stromverbrauch gemeinsam aus. Dabei stellte sich heraus, dass Einsparung nicht alleine von der Webportalnutzung abhängt. Denn innerhalb einer Gruppe der "Minimalnutzer" - das sind diejenigen, die sich nur einmal kurz mit dem Feedback beschäftigten - konnte eine Einsparung von 9 % festgestellt werden. Doch auch diejenigen, die sich ausführlich mit den Stundenwerten und ihrem Lastprofil beschäftigen, sparten deutlich mehr als der Durchschnitt. Es konnte ebenfalls gezeigt werden, dass jeder Mausklick auf eine neue Information durchschnittlich 0,7 kWh Einsparung brachte, der Effekt aber über längere Zeit nicht bestand, da das Webportal nicht mehr als zwei bis drei Monate genutzt wurde. Die Nutzung (d.h. das Aufrufen) der Energiespartipps führten im Durchschnitt zu 10 kWh Stromeinsparung.

Haushalte mit einem zeitvariablen Tarif erzielten eine zusätzliche Einsparung von

6 %, die Lastverlagerung lag nur bei 2 %.

Drei Monate lang konnten einige Haushalte außerdem einen Tarif testen, bei dem der Strompreis je nach Tageszeit höher oder niedriger war. Die Spreizung zwischen den beiden Tarifen war bewusst hoch angesetzt, denn es sollte ein Anreiz geliefert werden, Strom eher zu den günstigeren Zeiten zu verbrauchen.

WAMA1Die Ergebnisse zeigten jedoch, dass die Haushalte mit einem zeitvariablen Tarif nur eine Lastverlagerung von 2 % erzielten. Dafür sparten Tariftestteilnehmer mehr Strom als die Haushalte, die nur eine Verbrauchsrückmeldung erhalten hatten. Offensichtlich kann also die zeitliche Alltagsgestaltung der Nutzer(innen) selbst durch einen attraktiven Tarif nur unwesentlich verändert werden. Eine Ernüchterung für die Energieversorger, denn diese hoffen Verbraucher(innen) dazu motivieren zu können, dass sie vermehrt dann Strom verbrauchen, wenn er günstiger beschafft werden kann. Um diese Verbrauchsverlagerung zu erreichen, badarf es jedoch anscheinend eher innovativer Technik und Automatisierung (Smart Home, Smart Grid) zum Beispiel tarifgesteuerter Geräte. Trotzdem führte der Tarif zu Einsparungen im Verbrauch, die fast dreimal so hoch sind wie bei den Haushalten ohne Tarif. Das könnte daran liegen, dass der angebotene Tarif eine tägliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Verbrauchsverhalten angestoßen hat und so zu einer stärkeren Beschäftigung mit dem Thema Energie geführt hat, vermutet Dorika Fleissner vom Fraunhofer ISE.

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